Amphibienkrankheiten – Einführung von Hygieneregeln in NRW

Tödlicher Pilz erreicht NRW-Freilandvorkommen des Feuersalamanders

 Infektionskrankheiten sind eine schwerwiegende Bedrohung der globalen Biodiversität.

 

Amphibien sind die dabei am stärksten bedrohte Wirbeltiergruppe.

Neben Lebensraumzerstörung, Umweltverschmutzung und klimatischen Veränderungen geht eine große Bedrohung für Amphibien von den Ranaviren und der Infektionskrankheit Chytridiomykose aus.

„Molchpest“ in 2017 bereits in Essen

Die Zeiten sind vermutlich vorbei als wir bei passenden Wetter mehrere Feuersalamander von der Straße sammeln konnten.

Wer sich in Lebensräumen von Amphibien (Feuchtgebiete) aufhält, sollte dringend die Hygieneregeln der Universität Trier einhalten,  die vom LANUV in 2015 veröffentlicht wurden.

 

Tödliche Hautpilze gefährden zurzeit alle wild lebenden Amphibien in NRW

 

http://www.lanuv.nrw.de/landesamt/veroeffentlichungen/pressemitteilungen/details/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=559&cHash=31661d5f551811c4044cbe9b0ca4f707

 

 

https://www.lanuv.nrw.de/natur/artenschutz/amphibienkrankheiten/

 

 

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/amphibien-und-reptilien/amphibien/wissen/10505.html

 

Handlungsempfehlungen zur Freilandarbeit in und an aquatischen Lebensräumen

 

Erstellt vom NABU-Bundesfachausschuss Feldherpetologie/Ichthyofaunistik

 

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/amphibien-und-reptilien/amphibien/wissen/20500.html

 

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.umwelt-ein-pilz-als-unheimlicher-amphibienkiller.aa9643bc-51e0-429a-bfcd-83256c2ef2e0.html

 

http://naturschutz.ch/news/alarmstufe-rot-fuer-den-feuersalamander/118868

 

https://www.herpetozoa.at/index.php/9-oegh/103-salamanderpilzersalamander/118868

 

Der Amphibienpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) - ÖGH

 

https://www.herpetozoa.at/index.php/9-oegh/103-salamanderpilz

 

5. März 2018 ... Der hoch infektiöse, parasitische und bis vor kurzem unbekannte Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans wurde im Jahr 2013 erstmals in den Niederlanden nachgewiesen. Der „salamanderfressende“ Chytridpilz, benannt nach seinem Wirtstier, dem Feuersalamander, verursachte bisher ...

Desinfektion als Maßnahme gegen die Verbreitung der Chytridiomykose bei Amphibien...

 

https://www.researchgate.net/profile/Ursina_Tobler/publication/228716098_Desinfektion_als_Massnahme_gegen_die_Verbreitung_der_Chytridiomykose_bei_Amphibien/links/0fcfd5087857e4bc19000000/

Desinfektion-als-Massnahme-gegen-die-Verbreitung-der-Chytridiomykose-bei-Amphibien.pdf

Desinfektion ist jedoch derzeit die ... Interessanterweise kommt in den mit Bd befallenen

Regionen der Erreger jedoch nicht  in allen Gewässern vor. Wenn Bd in einem Gewässer auftritt, können benachbarte

 Gewässer, auch wenn sie nur wenige Kilometer entfernt liegen, Bd-frei sein (Abb. 1).

 Diesen kleinräumigen Unterschieden kommt eine besondere Bedeutung zu, da so ein

Feldherpetologe an einem einzigen Abend problemlos infizierte und bislang nicht

infizierte Gewässer besuchen kann. Damit besteht die Gefahr, Bd zu verschleppen,

beispielsweise im Schlamm an Stiefelsohlen (JOHNSON & SPEARE 2005).

Verhinderung der Übertragung eines Krankheitserregers innerhalb einer Population

Um eine Übertragung der Krankheitserreger innerhalb einer Population zu vermeiden,

muss verhindert werden, dass Individuen miteinander in einem Gefäß mit beschränktem

Volumen in Kontakt kommen (z. B. viele Frösche in einem Eimer) oder

dass Krankheitserreger über kontaminierte Materialien wie zum Beispiel Handschuhe

oder Stiefel übertragen werden. Daher sind alle Utensilien, die mit Amphibien in

Kontakt gekommen sind, nach jedem Individuum mit beispielsweise 70 % Ethanol zu

desinfizieren (WEBB et al. 2007).

Die beste Methode zur Verhinderung einer Weiterverbreitung von Bd innerhalb der

Population ist die Einzelhaltung gefangener Amphibien. Bei der Manipulation gefangener Tiere (Vermessen, Wiegen, Einsetzen von Transpondern usw.) sollten im Laborbedarf

erhältliche Latexhandschuhe getragen werden (Abb. 2), wobei die Handschuhe

nach jedem Individuum gewechselt werden sollten. Plastikhandschuhe sind

allerdings nicht unbedenklich: CASHINS et al. (2008) stellten fest, dass Kaulquappen

starben, nachdem sie mit Plastikhandschuhen in Berührung kamen. Nitrilhandschuhe

haben jedoch den wünschenswerten Nebeneffekt, dass sie Bd abtöten können (Latexund

Polyethylenhandschuhe haben diese Wirkung nicht; MENDEZ et al. 2008). Regelmäßiges

Waschen der Nitrilhandschuhe mit Wasser verringert diesen Effekt jedoch.

Wenn Handschuhe nicht benutzt oder nicht nach jedem Individuum gewechselt werden

können, so sind bare Hände besser als wiederholt gebrauchte Plastikhandschuhe,

da Bd auf menschlicher Haut vermutlich aufgrund antimikrobieller Peptide abstirbt.

Interessanterweise verringert eine regelmäßige Desinfektion der Hände die Mortalität

von Bd (MENDEZ et al. 2008). Eine abschließende Empfehlung kann deshalb noch nicht

gegeben werden.

 Desinfektion bei Amphibienschutz-Maßnahmen an Straßen

 Bei Maßnahmen zum Schutz von Amphibien vor dem Tod auf der Straße besteht

 theoretisch ein hohes Risiko der Übertragung von Krankheiten, denn es kommen viele

 Tiere auf engem Raum zusammen und es tritt direkter Hautkontakt zwischen den

 Individuen auf. Andererseits werden Schutzmaßnahmen an Straßen teilweise bereits

 seit Jahrzehnten durchgeführt, ohne dass bisher Übertragungsfälle von Krankheiten und Parasiten bekannt geworden sind.

 Maßnahmen zur Reduktion des Risikos der

 Krankheitsübertragung für diese spezifische Situation wurden bisher weder erprobt,

 noch werden sie in der Literatur beschrieben. Denkbar wäre es, das Wasser in Fangeimern

 regelmäßig zu desinfizieren, zum Beispiel mit Virkon S. Betreuer sollten

 Handschuhe tragen und auch ihre Stiefel desinfizieren, wenn sie direkt zwischen

 Standorten wechseln. Es wäre generell sinnvoll, Amphibienpopulationen regelmäßig

 während der Laichwanderungen auf Bd zu testen.