Die traditionelle Vortrags- und Diskussionsreihe Biologie & Umwelt der Universität Bielefeld -Fakultät für Biologie- findet seit über 33 Jahren in Kooperation mit dem Naturwissenschaftlichen Verein für Bielefeld und Umgegend e.V.  und der Unterstützung durch die Westfälisch-Lippische Universitätsgesellschaft statt.

(begründet von S.-W. Breckle, R. Mannesmann & R. Sossinka)

Hochkaräte Referenten/Referentinnen und Experten/Expertinnen unterschiedlichster Fachrichtungen berichten über Ihre Forschung.

Im Anschluss an die Vorträge besteht die Möglichkeit, bei einem gemütlichen Beisammensein in der Unigaststätte Univarza, an einer persönlichen Diskussionsrunde mit dem/der Referenten/Referentin teilzunehmen.

Der Eintritt ist wie immer frei!


Aktueller Termin 

Vortrag aus der Reihe Biologie und Umwelt

Mit Unterstützung durch die Westfälisch-Lippische Universitätsgesellschaft und durch den

Naturwissenschaftlichen Verein für Bielefeld und Umgegend e.V.

Dienstag, 13. Dezember um 18.15 Uhr 

Forstmonitoring

Veränderungen der Biocoenose und des Stoffhaushaltes in unseren Waldökosystemen unter aktuell ablaufenden Einflüssen?

Referent:     Prof. Dr. Willy Werner ( Universität Trier Fachbereich Raum- und Umweltwissenschaften Fach Geobotanik)

Ort:              Universität Bielefeld, Hörsaal H 6

 

Die meisten existierenden Wälder in Deutschland sind nicht natürlich, keine Wildnis. Sie sind Wirtschaftswälder bzw. Forste, also höchstens als naturnah einzustufen und alle sehr stark bewirtschaftet, was einen erheblichen Einfluss auf deren Stoffhaushalt hat. Auch im hintersten abgelegenen Winkel beinflussen atmosphärische Einträge die Waldökosysteme. Diese sind im Vergleich zu anderen Ökosystemtypen in Wäldern am höchsten, weil diese durch ihr Höhenwachstum einen atmosphärischen Widerstand bilden und Stoffe aus der Atmosphäre ausgekämmt werden (Quellen- und Senkenfunktion). Der "Saure Regen" der in den 70iger und 80iger Jahren Gemüter erhitzte, zeigt heute noch seine ökologischen Auswirkungen in Form von Sulfat-Freisetzungen im Sickerwasser (Atmosphäre, Boden, Wachstum, Ernährung).

In diesem Zusammenhang sind auch die Auswirkungen von großräumigen sogenannten "Kompensationskalkungen" zu sehen. Nach Entschwefelung der Abgase aus Verbrennungsmotoren haben wir es mit der Wirkung des anthropogen bedingten atmosphärischen Stickstoffeintrags (NOx aus dem Verkehr und der Industrie und NHaus der Land-wirtschaft) zu tun. Die heutige N-Deposition überschreitet bereits kritische Grenzen. Weiterhin führen Stickoxid-Emissionen und flüchtige organische Kohlenwasserstoffe (VOC) in heißen Sommern zu Ozonbildungen in der Troposphäre. Es wird diskutiert inwieweit Wälder durch Ozon-Wirkungen belastet sind.

Häufig kollidieren hier die Interessen der Wirtschaft und der Natur- und Umweltschützer. Die tatsächlichen Fakten werden politisch oft kleingerechnet.

Durch den aktuellen Waldbau sollen die existierenden Wälder zu sogenannten Mischwäldern umgebaut werden. Ist das eine anzustrebende Alternative zu den aktuell vorhandenen Forsten und Wäldern? Es stellt sich die Frage, ob eine Holzproduktion im Sinne schwarzer Zahlen in der Forstwirtschaft heute noch ein sinnvolles Ziel ist, und auf welchen Standorten sie betrieben werden kann. Aufgrund der Erhaltung des ökologischen Zustands einschließlich des Verbotes einer Verschlechterung muss auf bestimmte Bewirtschaftungs-Formen und Maßnahmen verzichtet werden. 

 

Gäste sind willkommen

Interessierte Laien und Fachleute, Studenten und Bürger, Jüngere und Ältere, Hiesige und Auswärtige sind herzlich eingeladen und zu konstruktiver und kritischer Diskussion aufgefordert

 

N. Grotjohann, M. Kraemer und O. Krüger

 

Fahrpläne:   www.mobiel.de

 

 

Wintersemester 2016/ 2017

08. November 2016

13. Dezember 2016

10. Januar 2017

 

Generell finden die Termine jeweils am 2. Dienstag im Monat im Semester statt.