Vogel des Jahres 2017  - Der Waldkauz

Arbeitsgruppe Ornithologie/ Vogelkunde


Waldkauz- Vogel des Jahres 2017 - Foto mit freundlicher Genehmigung von Heiner Härtel
Waldkauz- Vogel des Jahres 2017 - Foto mit freundlicher Genehmigung von Heiner Härtel

Leitung:
Heiner Härtel

Konradstraße 9 in 32312 Lübbecke

Tel.: 05741 23 68 98
 

Treffen und Exkursionen nach Vereinbarung.


Gäste sind herzlich willkommen.

Vogelkundliche Arbeitsgemeinschaft (Arbeitsgruppe Vogelkunde)

 

Weil Vogelbeobachtung Freude macht, trifft sich die vogelkundliche (ornithologische) Arbeitsgemeinschaft trifft sich ab Herbst 2017 wieder regelmäßig im Verwaltungsbau des Naturkundemuseum am Adenauerplatz 2

 

Termine

16.11.2017 19:00Uhr

18.01.2018 19:00 Uhr

15.02.2018 19:00 Uhr

 

Sie

- erforscht die heimische Vogelwelt in Bielefeld und OWL;

- informiert über Wissenswertes aus der Vogelwelt;

- plant gemeinsame Unternehmungen;

- gibt zusammen mit dem Nabu Bielefeld das Ornithologische Mitteilungsblatt für Ostwestfalen-Lippe heraus (Redaktion: E. Möller);

 

- sammelt seit 1974 die Erstankunftsdaten von Zugvögeln für den Großraum Bielefeld.


Arbeitsgebiete und Projekte

  • Avifaunistische Erforschung von Ostwestfalen-Lippe und avifaunistische Dokumentation (Artenkartei, Zugphänologie, Foto/Tondokumentation)
  • Obersee-Programm: Erfassung ausgewählter Vogelarten am Obersee in Bielefeld-Schildesche (in Zusammenarbeit mit dem NABU-Bielefeld.)
  • Brutvogelkartierung in den Rieselfeldern Windel (in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld)
  • Organisation des Treffens ostwestfälisch-lippischer Ornithologen an wechselnden Tagungsorten jeweils am ersten Samstag im November
  • Herausgabe des Ornithologischen Mitteilungsblattes für OWL (in Zusammenarbeit mit dem NABU Bielefeld) Meldeschluß avifaunistischer Beobachtungen ist der 31. Januar des folgenden Jahres.

Meldungen und Bestellungen an:

Heiner Härtel
Konradstraße 9 in 32312 Lübbecke, Telefon 05741 23 68 98


Sichtung eines Kampfläufers in den Bielefelder Rieselfeldern im März 2015

Kampfläufer in den Rieselfeldern Bielefelds (Foto: Bernd Malorny)
Kampfläufer in den Rieselfeldern Bielefelds (Foto: Bernd Malorny)

Der Kampfläufer (Philomachus pugnax) ist ein streng geschützter, knapp 30 cm großer Schnepfenvogel der Paläarktis, der in der nördlichen Tundra, aber auch in feuchten Niederungswiesen und Mooren in ganz Eurasien brütet.

Kampfläufer sind Zugvögel.

Brutvögel aus Nordwesteuropa überwintern zumeist im westafrikanischen Binnenland, z. B. im inneren Nigerdelta in Mali. Auf dem Durchzug in die Brutgebiete kann man Kampfläufer auf feuchten Niederungen oder auch auf Schlammflächen beobachten.

Das Brutareal des Kampfläufers erstreckt sich vom Nordwesten Europas über die küstennahen Tiefländer Nordmitteleuropas und die feuchte Taiga Osteuropas bis in die Tundren Ostsibiriens, wo sie bis zur Tschutschukenhalbinsel vorkommen (3).

Verbreitungsschwerpunkte sind Russland und Ostskandinavien.

In den Niederlanden, Deutschland und Polen kommen nur noch Restbestände vor, in Ungarn ist der Kampfläufer nur noch unregelmäßig ein Brutvogel.

Kampfläufer sind Langstreckenzieher. Ihre wichtigsten Winterquartiere finden sich in Afrika südlich der Sahara und im Süden Asiens. In kleiner Zahl überwintern sie auch in Vorderasien und im Mittelmeergebiet sowie selten im atlantischen Westeuropa.

Der Kampfläufer ist ein Brutvogel feuchter Niederungswiesen, Moore, Seggenwiesen und feuchter Tundra. In Mitteleuropa ist er vor allem küstennah verbreitet und kommt dort in mit Tümpeln und Gräben durchsetzten Wiesen vor, die extensiv genutzt werden. Die Neststandorte sind relativ trocken. Die Nahrungsplätze befinden sich entweder am Wasser oder auf feuchtem Untergrund. Für die Fortbewegung der Küken ist generell eine sehr kurze Vegetation notwendig.

Während des Durchzugs halten sie sich auf Schlammflächen, feuchten Wiesen und auf Äckern auf.

Der Kampfläufer war in Mitteleuropa noch bis ins 19. Jahrhundert weit verbreitet. Entwässerungsmaßnahmen und eine veränderte Landwirtschaft führten zu Lebensraumverlusten, die zur Folge hatten, dass es seit 150 Jahren sowohl in Mitteleuropa als auch in anderen Regionen Europas eine anhaltende und dramatische Bestandseinbuße und Aufgabe von Brutarealen gibt. Die Aufgabe von Brutarealen begann in den peripheren, mittelgebirgsnahen Brutgebieten. In Baden-Württemberg, Hessen und in Sachsen-Anhalt gab es bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts keine Brutbestände mehr. In Bayern, Ungarn und Österreich erloschen die Populationen zwischen den 1930er und 1950er Jahren. Im Norden Mitteleuropas hielten sich kleine Binnenlandvorkommen noch bis in die 1940er und 1950er Jahre, zu Beginn des 21. Jahrhunderts gibt es größere Binnenlandvorkommen nur noch in den Niederlanden und Polen. Der Bestand in Belgien erlosch 1977, in der deutschen Elbniederung 1988. Seit 1999 gibt es auch keine Brutnachweise für die Elbmarschen mehr(2)

Vereinzelte Bruten kommen noch in Deutschland (2005: 20–40 Brutpaare) und den Niederlanden vor, die ursprüngliche Brutpopulation in dieser Gegend gilt jedoch als ausgestorben. Zu den Schutzmaßnahmen zählten ein intensiver Schutz oder eine Neuanlage von extensiv genutztem Feuchtgrünland, Flussniederungen und feuchten Moorwiesen sowie der Schutz und Erhalt von Salzgrasland und Salzweiden(3).

Literatur:

(1) Richard Sale: A Complete Guide to Arctic Wildlife, Verlag Christopher Helm, London 2006, ISBN 0-7136-7039-8

(2) Hans-Günther Bauer, Einhard Bezzel und Wolfgang Fiedler (Hrsg): Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas: Alles über Biologie, Gefährdung und Schutz. Band 1: Nonpasseriformes – Nichtsperlingsvögel, Aula-Verlag Wiebelsheim, Wiesbaden 2005, ISBN 3-89104-647-2

(3) A. J. Beintema, O. Moedt & D. Ellinger: Ecologische Atlas van de Nederlandse weidevogels. Schuyt & Co, Haarlem 1995, ISBN 90-6097-391-7