Vorbildliche und weniger vorbildliche Amphibienschutzzäune

Amphibienschutz ist nachweislich am erfolgreichsten wenn die dauerhaften wie die saisonalen Schutzmaßnahmen fachgerecht ausgeführt wurden. Überfahrene Tiere im Bereich der grünen (provisorischen) Schutzzäune weisen meist auf einen nicht fachgerechten Aufbau der Schutzzäune hin.

Auf dieser Seite stellen wir einige besonders gelungene und etliche mangelhafte Amphibienschutz-Zäune vor, in der Hoffnung, dass einerseits die positiven Beispiele aufgegriffen werden, andererseits Fehler nach und nach verschwinden und nicht als  Beispiel für minderwertigen Amphibienschutz stehen. Amphibien sollten optimal geschützt werden mit fachgerecht aufgebauten Schutzzäunen. 
Diese Liste soll verständlich machen, dass die Schutzmaßnahmen für Amphibien auch mit nur „saisonalen Schutzzäunen“ effektiv sein können, aber aufzeigen, dass dies an einigen Stellen nicht so optimal erfolgte. 
Die Meldungen und Fotos der hier vorgestellten Schutzzäune kamen von Bürgern und Amphibienbetreuern wie auch von zufälligen Beobachtungen meinerseits (Brigitte Bender). Weitere Meldungen und Fotos über „gut“ oder „schlecht“ aufgebaute Schutzzäune sind willkommen. Damit können wir diese Listen aktualisieren.

Zwei Kleintiertunnel, im September 2013 ohne Fachkenntnis eingebaut.

Fotos vom 1. September 2017

Beide Tunneleingänge sind zugewachsen,  die Straßenunterhalter haben kürzlich das Grün vom Bankett bis zum Graben abgemäht, so kann man die Kleintiertunnel wieder sehen.

Die Kleintiertunnel sind seit dem Einbau in 2013 funktionslos. Außer den Korrekturen müssten noch Auffangroste und Leitelemente eingebaut werden.

 Dafür fehlt nun das Geld.

 Vor den funktionslosen Kleintiertunneln wurden seit 2013 mittels provisorischer Schutzzäune und Fangeimer 27.482 Amphibien eingesammelt.

Seit 2010 erfolgt ausser der Schutzzaunbetreuung im Frühjahr auch die Betreuung der Herbstwanderung (ab 15. August bis in den November)

Seit 2014 werden die Schutzzäune ganzjährig (Februar-November) täglich ehrenamtlich betreut.

Vorbildliche Amphibienschutzzäune

Der schräg aufgebaute Schutzzaun beschattet den Fangeimer und auch den Bereich am Zaun. 

 Amphibien aus dem Straßenraum können den schrägen Schutzzaun überklettern, die Amphibien, die in Richtung Zaun anwandern werden es eher selten schaffen, den schrägen Zaun zu überwinden.

Der Deckel ist bis auf maximal 5 cm über die Eimeröffnung geschoben und schützt so den Eimerinhalt vor Wind, Sonne und Fressfeinden. Amphibien wandern meist am Zaun entlang und auch Doppeldecker fallen in diese Öffnung. Der schräg aufgebaute Zaun schützt zusätzlich den Laufbereich der Amphibien sowie den Fangeimer.

So sieht es unter dem Deckel aus wenn man diesen für das Einsammeln der Amphibien zurückgenommen hat. Amphibien verstecken sich im feuchten Moos, können Feuchtigkeit aufnehmen und sind hier sicher.

Teichmolche wandern am 5. März 2017 um 20:30 am Schutzzaun entlang

 

So klappt das auch mit den Fröschen. Im Fangeimer  wartet ein kleiner Wasserfrosch  und ein Teichmolch versteckt im feuchten Moos.

Schutzzäune „anno 90er Jahre“ den zeitgemäßen Anforderungen nicht angepasst.

Der Klimawandel mit längeren trockenen und warmen Phasen sowie extrem kalten Phasen,  verlängert die Anwander- und Abwanderzeiten der Amphibien.

Oft wandern Amphibien große Strecken über trockene Felder den Schutzzaun an, das kann in diesem Fall tödlich enden.

Der senkrechte aufgebaute „Schutz“zaun steht in der Sonne, Amphibien, Laufkäfer u. a. sind in den offenen Eimern am Zaun Wind und Sonne ausgesetzt. Ein knistertrockenes „händchenvoll Laub“ im Fangeimer bietet kein Versteck und erst recht nicht die lebenswichtig nötige Feuchtigkeit.

 Amphibien wandern nicht nur nachts, auch tagsüber haben alle Fressfeinde hier einen gedeckten Tisch. Waschbären turnen heute fast überall herum, wie alle anderen lernen sie schnell wo Futter leicht zu holen ist.

Ein Amphibienschutzzaun soll Amphibien schützen, so effizient wie möglich; keinesfalls darf ein Schutzzaun zur Austrocknung von Tieren führen oder sie als Futterquelle darbieten.

 


Ein Erdkrötenmännchen trocknet nachmittags im Fangeimer aus, Sonne und Wind schutzlos ausgesetzt. Der Schutzzaun wird erst am nächsten Morgen betreut? Das wäre zu spät für das Erdkrötenmännchen.

In anderen Eimern am "Schutzzaun" sind ungewöhnlich viele Laufkäfer, teils bereits tot. Artenschutz ist das nicht, eher ein Fall für den Tierschutz.

Schutzzaun der den Anforderungen absolut nicht gerecht wird. So sollte man es nicht machen!!

Bild 1

Zaun wurde senkrecht aufgebaut.

Ungeeignetes, altes Zaunmaterial, Fangeimer nicht eingebaut !!

Bild 2

Der Fangeimer wurde nicht eingebaut !!

Amphibien werden hier vielleicht neben und unter dem Eimer gefunden.

Kein Laub oder Moos und kein Stöckchen für andere Kleintiere im Fangeimer.

Dies ist eine Tierfalle!

Bild 3

Ungeeignetes Zaunmaterial!

Zaun nicht schräg genug!

Überlappung der Zaunenden nicht fachgerecht!

Mehrere Amphibien turnen auf dem Zaun herum, haben ihn überklettert!

Bild 4

Kein Stöckchen, keine Dränagerinne!

Und die Betreuung des Zaunes ist zu spät!

Bild 5

Fangeimer viel zu weit weg vom Zaun!

Kein Stöckchen im Fangeimer!

Zu wenig Laub/Moos im Fangeimer!

Bild 6

Ungeeignetes Zaunmaterial, Leiterstruktur, vor allem für diese Froschlurch-Art!

Zaun nicht schräg genug.

Haltebügel nicht fachgerecht eingebaut!

Bild 7

Ungeeignetes Zaunmaterial!

Zu durchsichtig und wird leicht überklettert!

Zaun steht senkrecht, nicht schräg genug!

Haltebügel nicht fachgerecht eingebaut!

Bild 8

Zaunansätze nur überlappt!

Zaun auf verkehrter Seite? oder fehlt auf der anderen Seite ein Zaun?